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Digitale Medien und Spiele - Bachelor of Science

Kaum ein Bereich der Informatik hat sich in den letzten Jahren so rasant verändert wie Digitale Medien und Computerspiele. Die Produktion und der Konsum "Neuer" Medien aber auch "Etablierter" Medien sind mittlerweile ohne umfassenden IT-Einsatz undenkbar geworden. Durch diese Entwicklung ist zu erwarten, dass zukünftig insbesondere Spezialisten für Digitale Medien in hohem Maße benötigt werden und dies ein interessantes Arbeitsfeld für Informatik-Absolventen mit höchstem Potenzial darstellt. Ebenso ist der Bereich der Computerspiele eine der wenigen Teilbereiche der Wirtschaft, die über die vergangenen Jahre konstant und stark gewachsen sind. Um den unterschiedlichen beruflichen Anforderungen der beiden Bereiche Rechnung zu tragen, bieten wir diesen Studiengang der angewandten Informatik mit dem Schwerpunkt Medien und dem Schwerpunkt Spiele an.

Spieleentwicklung, was ist das und wie komme ich dahin?

Die Entwicklung von Computer- und Videospielen hat sich in den vergangenen Jahren zu einer sehr großen Industrie mit stark unterschiedlichen und voneinander abgegrenzten Berufsbildern entwickelt. Die folgenden vier Kernbereiche findet man in jeder Computerspielefirma vor:

  1. Game Programming: In der Programmierung geht es um die Erstellung des technischen Rückgrates eines Spiels. Wie bringt man Charaktere dazu, dass sie sich im Spiel natürlich bewegen - also laufen, springen, fahren, zusammenstoßen usw.
  2. Game Art: Im Bereich "Art" geht es um die gestalterische Ausarbeitung eines Spieles. Hier werden zum Beispiel Charaktere und Hintergründe erstellt.
  3. Game Design: Im Game Design geht es um die inhaltliche Festlegung eines Spieles, oder vereinfacht ausgedrückt, um die Definition der Spielregeln.
  4. Game Production: Spieleproduktion ist im Wesentlichen eine Projektabwicklungs- und Managementdisziplin.

Als Einsteiger bewirbt man sich in der Branche als Game Programmer oder Game Artist. Der Job des Game Designers oder Producers setzt in der Regel langjährige Berufs- und Branchenerfahrung voraus. Da sich sowohl Game Art als auch Game Programming in den letzten Jahren zu unabhängigen und eigenständigen Berufsbildern entwickelt haben, muss man sich entscheiden, welche Disziplin zu seinen Interessen und Fähigkeiten passt. Es ist notwendig, in einem der beiden Teilbereiche genügend Kenntnisse und Erfahrungen zu sammeln, um in die Branche erfolgreich einsteigen und bestehen zu können.

Im Informatik-Studiengang Digitale Medien und Spiele bieten wir den Schwerpunkt Spieleprogrammierung an. Spieleprogrammierung berührt heute alle Teilbereiche der Informatik, von Rechnerarchitektur über Netzwerke, bis hin zur Numerik und Softwaredesign Aspekten. Ein solides Grundwissen in den Teildisziplinen Informatik, (Computer-)Technik und Mathematik ist Voraussetzung, um die Arbeitsweise moderner und großer Spiele verstehen zu können. Spieleentwicklung ist für viele Profis gerade deshalb interessant, weil sie einen Querschnitt durch alle Teilbereiche der Informatik darstellt.

Ein weiterer interessanter Aspekt der Spieleprogrammierung besteht darin, dass man in diesem Beruf mit Menschen sehr unterschiedlicher Denkschulen zusammenarbeiten kann und muss. Dies wird im Studiengang Digitale Medien und Spiele dadurch geschult, dass interdisziplinäre Projektarbeiten durchzuführen sind. Einblicke in die angrenzenden Bereiche Game Art, Game Design und Game Production werden durch ausgewählte Spezialveranstaltungen vermittelt.

Spieleentwicklung im Allgemeinen und Spieleprogrammierung im Speziellen stellt heute einen vielseitigen und anspruchsvollen Beruf dar. Die hohe technische Veränderungsgeschwindigkeit in diesem Bereich setzt eine ausgeprägte Bereitschaft voraus, sich selbständig in neue Methoden und Technologien einzuarbeiten. Die Konsumentenkenntnis von Spielen spielt in dem Gesamtqualifikationsprofil eines heutigen Spieleentwicklers nur eine sehr untergeordnete Rolle. Sie ist vergleichbar mit den Kenntnissen der aktuellen Rock-Charts für einen Komponisten.

Was wird in dem Schwerpunkt Medien geboten?

Der  Schwerpunkt Medien befasst sich mit der Konzeption, Gestaltung und Implementierung von computergestützten Medien und deren Verwendung in multimedialen Systemen, wie z.B. Web-Sites. Neben technischen Gesichtspunkten werden auch gestalterische Aspekte und die Benutzung von einschlägigen Gestaltungswerkzeugen angesprochen.

Absolventen und Absolventinnen des Studienganges Digitale Medien und Spiele mit dem Schwerpunkt Medien sind hervorragend für die Übernahme technischer Aufgaben in Web-, Multimedia- und Werbeagenturen ausgebildet oder zur Realisierung von anspruchsvollen Benutzerschnittstellen. Ihre Aufgabe ist es hier das technische Rückgrat von gestalterischen Produkten zu erzeugen. 

Studierende erhalten eine Grundlagenausbildung im Bereich der Informatik mit einer Spezialisierung im Anwendungsfeld Digitale Medien und erwerben Kenntnisse und Fertigkeiten in den folgenden Bereichen:

  • Grundlagen der Programmierung und der Mathematik
  • Produktion, Speicherung und Verarbeitung Digitaler Medien
  • Projektierung, Durchführung und Bewertung von Medienprojekten von der Ideenphase bis hin zur Analyse und Bilanzierung
  • Zusammenarbeit in interdisziplinären Teams zur Erstellung von Produkten und Werkzeugen aus dem Bereich Digitaler Medien

Der Abschluss Bachelor of Science ist ein international anerkannter akademischer Grad nach den neuen europäischen Richtlinien. Der Bachelor-Studiengang dauert drei Jahre (Regelstudienzeit).

Den Absolventinnen und Absolventen wird neben dem direkten Einstieg in den Beruf die Möglichkeit gegeben, je nach Neigung und Qualifikation, im Anschluss an das Bachelor-Studium den Master-Studiengang Informatik oder Wirtschaftsinformatik - Informationsmanagement zu belegen.

Inhaltliche Informationen über das Studium erhalten Sie vom Studiengangsleiter Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterProf. Dr. Georg Schneider.

Weitere Informationen über das Studium finden Sie auf unseren Informationsblättern. Bewerbungsunterlagen und Informationen zur Zulassung erhalten Sie beim Studierendensekretariat der Fachhochschule Trier.

Christian Bettinger, 21. Juli 2010